Symbol für Langeweile.

Symbolfotos von Agenturen oder Microstocks sind ja so praktisch. Man braucht keinen teueren Fotografen, die Bilder sind jederzeit über Online-Archive zur Hand und sie kosten Cent-Beträge.

Symbolbild in der Süddeutschen Zeitung. (Beleg-Quelle: Screenshot 20.10.2015 a. a.O.)

Symbolbild in der Süddeutschen Zeitung.
(Beleg-Quelle: Screenshot 20.10.2015 a. a.O.)

Es gibt inzwischen eine Bebilderungswut. „Früher“, als jedes Foto durch hohen Aufwand auch höhere Kosten verursacht, überlegt man sich ganz genau, ob ein Bild nötig ist und was es bringt. Jetzt gibt es kaum einen Artikel ohne „Aufmacher“-Foto — doch was soll daran der Informationsmehrwert sein, wenn durch das Bild lediglich ein Buzzword transportiert wird: Facebook. — Das Bild fällt mir besonders auf, weil ich es schon kenne, und zwar von 2011.

Mit dem Foto von DPA illustriert die Süddeutsche Zeitung im Oktober 2015 ihren Artikel „Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Facebook-Manager“ (das Bild bei Spiegel Online ist allerdings noch langweiliger). Nimmt man Unternehmen jetzt unter die Lupe? Oh, ist ja eine Lesebrille. Man könnte einen Sprecher beim Interview ablichten, Belege zeigen (ach nee, dann bist du ja „Störer“) oder eine Grafik einer statistischen Auswertung verwenden.

Ich kenne das Bild übrigens von einem anderen Artikel über Facebook: „Ein Angriff auf die Privatsphäre“ — erschienen 2.7.2011 in der Badischen Zeitung. Damals finde ich es recht originell, obwohl es zum Thema Gesichtserkennung auch nicht hunderprozentig paßt. Hat zumindest etwas mit genau hinsehen zu tun.

Ein Angriff auf die Privatsphäre. (Beleg-Quelle: Badische Zeitung, 2.7.2011)

Ein Angriff auf die Privatsphäre.
(Beleg-Quelle: Badische Zeitung, 2.7.2011)

Wie man noch weiter daneben greifen kann zeigt beispielsweise n-tv. Und wer für Stockfotos modelt, sollte damit rechnen, daß er nicht nur für Quark, sondern auch die NPD Werbung machen könnte (und Kinder sind da auch noch drauf…).

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