eBook: ePUB lesen & drucken

Manchmal siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht… Obwohl ich meine eBooks zur Zeit ausschließlich für Amazon Kindle produziere — also MOBI bzw. AZW — verwende ich Entwicklungstools für EPUB — weil es direkt für MOBI m. E. nix vernünftiges gibt…

Calibri hat versteckte Eigenschaften...

Calibri hat „versteckte“ Eigenschaften…

Wie sehr viele Autoren schreibe ich mit Sigil, weil ich dort im Quellcode-Modus direkt ins XHTML eingreifen kann. Im Alltag fehlen mir allerdings zwei einfache Tools: a) das so entwickelte Manuskript als Korrekturfahne ausdrucken und b) mal kurz ein ePUB-Buch hineinsehen bzw. das Layout checken.

Sigil bietet zwar eine Druckfunktion, doch die ist schlicht unbrauchbar, weil sie einerseits nur den einzelnen Abschnitt druckt, andererseits dabei auch noch Ränder abschneidet. Stattdessen nutze ich lange einen EPUB-zu-PDF-Konverter, bei dem ich Schriftgröße und Ränder einstellen kann. Das ist relativ umständlich und leider werden nicht selten die Bilder beschädigt. Auch für den schnellen Blick ins ePUB-Buch teste ich spezielle Software , allerdings nur mit mäßiger Begeisterung…

Calibri

Dabei habe ich die Lösung der Probleme schon lange auf der Platte: Calibri — kennt fast jeder E-Buch-Fan. Und warum nutze ich es dann nicht? Weil es ein mächtiges Programm ist, wo man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht — und man Bücher erstmal in die Bibliothek importieren muß. Das möchte ich aber gerade bei Korrekturfahnen und 08/15-Dokumenten nicht, die ich nicht dauerhaft benötige. — Dabei muß man wieder einmal nur „um die Ecke denken“ und bekommt ohne große Umstände eine praktische Lösung frei Haus.

Mit DRM-„geschützten“ E-Books wird dies wahrscheinlich nicht funktionieren. Auf dem PC kann man dann nur mit Adobe Digital Editions lesen, aber nicht drucken.

ePUB ohne Bibliothek lesen</4>

Wenn du zwar Calibre installiert hast, ein Buch aber aus Zeit- oder Sortiergründen nicht in der Bibliothek haben möchtest, dann kannst du direkt auf den E-Book-Viewer von Calibre zugreifen. Es handelt sich nämlich um ein separates Programm, das du direkt aufrufen kannst. Das geht in Windows 7 beispielsweise über C:\Program Files (x86)\Calibre2\ebook-viewer.exe oder C:\Program Files\Calibre2 (bei Linux /usr/bin/ebook-viewer), sofern du die Standardpfade verwendest.

Den Calibre-Viewer direkt nutzen.

Den Calibre-Viewer direkt nutzen.

Es öffnet sich direkt der Viewer. Über das Mappen-Symbol (roter Pfeil) kannst du dann ein EPUB öffnen und lesen. Das einzelne „T“ bzw. [Strg][T] öffnet das Inhaltsverzeichnis. Der Vorteil dieses Viewers ist, daß er alle Bücher „korrekt“ oder zumindest „vernünftig“ darstellt. Zwecks einfacher Verfügbarkeit legst du mit einem Rechtsklick einen Verweis (Alias) auf dem Desktop ab, so daß das Programm ohne Suche zur Verfügung steht.

ePUB direkt „drucken“

Mit dem Viewer von Calibre läßt sich ganz nebenbei auch das zweite Problem lösen — er bietet nämlich eine brauchbare Druckfunktion in ein PDF.

Sparsame Konfigurationsmöglichkeiten.

Sparsame Konfigurationsmöglichkeiten.

Viel kannst du zwar nicht einstellen, lediglich das Papierformat und die Ränder, aber das Layout wird ja durch das Buch selbst vorgegeben. Obwohl ein E-Buch ja prinzipiell „seitenlos“ ist, erweist sich die optionale Numerierung beim Korrekturlesen bzw. Absprache mit Korrektor bzw. Lektor als nützlich (und ein herunter gefallener Stapel kann sortiert werden…).

Für den internen Gebrauch gibt's ein PDF.

Für den internen Gebrauch gibt’s ein PDF.

Das Ergebnis ist prima: Es wird nicht nur das Layout passabel umgesetzt, sondern diesmal sind auch die Bilder komplett dabei. Darüber hinaus funktionieren sowohl interne als auch externe Links.

Mit diesem Trick an der Calibre-Bibliothek vorbei kann man ePUBs bequem lesen und drucken. Alternativ bietet sich sonst ggf. Sumatra PDF an.

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