HTMLy — Content-Management ohne SQL-Datenbank (Teil 2|5)

Meine erste Website bastele ich Anfang der 90er mit irgendwelchen Tools halb im Blindflug zusammen und lade sie bei „Compuserve Ourworld“ hoch. Dort bleibt sie, bis Compuserve sie abstellt. Inzwischen setze ich eine Website „nebenbei“ auch für kleine Projekte auf.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt flat file.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt „flat file“.

Obwohl ich einige Webseiten mit WordPress betreibe und sogar mehrere Einsteigerbücher zu Joomla und Drupal geschrieben habe, wirkt ein solches CMS wie mit Kanonen auf Spatzen usw. zu schießen. Die einfachere Alternative heißt Flat File CMS. Das heißt, keine statische Website, aber Verwaltung ohne Programmierung und ohne (SQL-) Datenbank. — Im ersten Teil stelle ich kurz das Konzept vor, jetzt geht es exemplarisch um das CMS HTMLy.

Auch wenn alles deutlich einfacher als vor zwanzig Jahren ist, wie eine Webseite prinzipiell funktioniert solltest du schon wissen. Wozu dient ein Server, wie bekommt man Daten per FTP auf den Host usw. Wo bekomme ich einen Webhoster her.

HTMLy

HTMLy gibt es seit etwa 2014, ist in PHP geschrieben und steht unter Opensource-Lizenz. Es gibt eine Demo-Site auf der du dir einen ersten Eindruck verschaffen kannst. Du lädst ein einzelnes 270 kB großes PHP-Skript herunter und installierst es in „htdocs“ bzw. „www (folder)“ auf dem Server. Dann startest du über den Domain-Namen oder „localhost“ bzw. die IP 127.0.0.1 das Installationsskript installer.php. Dieses macht dann während der Installation aus den knapp 300 kB etwa 6 MB in 300 Dateien und 80 Verzeichnissen — aber das ist nicht deine Sache… Oder doch?

Zur Installation kopierst du das Installations-Skript auf den Webspace. Dann rufst du den Pfad zu „installer.php“ auf, beispielsweise http://...URL.../HTMLy/installer.php.

Das Formular will viel wissen -- über deine SM-Accounts...

Das Formular will viel wissen — über deine SM-Accounts…

Auf den ersten Blick erschreckt ein umfangreiches Formular, auf den zweiten Blick bemerkst du, daß relevant nur ein Nutzername (Username) und ein Paßwort (Password) sind. Alle anderen Angaben beziehen sich auf eine Verknüpfung mit Social-Media-Accounts. Darüber hinaus hast du die Möglichkeit, ein „Comment System“ einzubinden. HTMLy verwendet dazu externe Ressourcen wie Disqus (erfordert dort einen Account) oder Facebook (benötigt eine AppID).

Der Klick auf „Install via Tool“ richtet das System mit einem Klick ein — bei mir endet es leider mit einer Fehlermeldung „404“, obwohl die gesuchte Datei an Ort und Stelle ist… Mit ein bißchen Rumgefummele fördere ich zwar noch weitere Teile zu Tage, aber befriedigend ist das alles nicht.

Achtung, wenn du mehrere Versuch der Installation unternimmst, wird zwischendurch (sinnvollerweise) das Installationsskript installer.php gelöscht — dann mußt du es neu hochladen und ggf. Dateifragmente löschen.

HTMLy — 2. Versuch…

Es ärgert mich natürlich, wenn ein leicht zu installierendes Programm viel Zeit zur Fehlersuche beansprucht. Eine Fehlerursache kann ich leider nicht klar feststellen. Da aber mein erster Versuch bei einem Webhoster ist, kann es sein, daß dort irgendwelche Rechte abgestellt sind… Ich entschließe mich deshalb, einen lokalen Server zu installieren und starte einen zweiten Versuch: http://localhost/HTMLy/

Zweiter Versuch mit lokalem Webserver

Zweiter Versuch mit lokalem Webserver

Diesmal klappt es auf Anhieb innerhalb von zwei Sekunden und der zweite Eindruck macht den Patzer wett. Dies ist vielleicht sogar generell der bessere Weg, um ein System zu erproben. Bei „flat file“ kannst du später einfach alles auf einen „echten Server“ umkopieren.

Das Backend von HTMLy.

Das Backend von HTMLy.

Unter „add content“ gibt es unterschiedliche Artikel-Typen:

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Alternativ kannst du zum Testen oder für einen Umzug ganz fix per RSS2 einen Feed einlesen. Dabei werden sogar einige Einstellungen übernommen wie beispielsweise ein Stichwort (aus WordPress). Bilder können bequem per URL oder Upload eingebunden werden, „verschwinden“ dann aber, sind nicht in einer Mediathek zu finden (kannst du später ggf. per URL einbinden bzw. manuell unter …\HTMLy\content\images). HTMLy ist ganz auf Inhalte ausgelegt, Themes oder gar Plugins gibt es nicht. Wenn du etwas ändern möchtest, sind „Programmier“-Kenntnisse erforderlich. Obwohl ein Backup prinzipbedingt schon einfach ist, gibt es eine eingebaute Backup-Funktion mit Download — Laien kommen also sogar um FTP herum.

In Teil 3 stelle ich Bludit vor, das als flat file erstaunlich viele Funktionen bietet, zum Beispiel eine Nutzerverwaltung oder Plugins.

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