Sofortbilder mit Lightroom

Mit Digitalkameras, Bildbearbeitungssoftware und Druckern ist das Fotolabor komplett auf den Schreibtisch gewandert. Da ich meine Korrespondenz seit Jahren per Schwarzweiß-Laserdrucker erledige, widme ich der Druckfunktion von Lightroom lange Zeit wenig Beachtung. Als Schnäppchen schaffe ich mir allerdings vor einiger Zeit einen Canon Selphy an (ca. 100 €): Es ist ein handlicher Drucker, der im Thermosublimationsprinzip 10 x 15 cm große farbige „Postkarten“ druckt (mit zusätzlichem Akku ggf. auch mobil).

Das Bilderset für den Kindergarten und so...

Das Bilderset für den Kindergarten und so…

Da er einerseits nicht eintrocknen kann, andererseits eine hervorragende Druckqualität liefert, nutze ich ihn gern für Kleinigkeiten, wie zum Beispiel Paßfotos. Das weckt das Interesse an mehr Optionen…

Dieser pfiffige Drucker und die verbreiteten Druckterminals in Drogerien eröffnen neue Möglichkeiten ohne kostspielige Drucker oder langwierige Uploads. Dort stehen weitere Formate ohne Wartezeit zur Verfügung. — Zum Beispiel Kodak-Terminals bei Roßmann und DM:

Format Preis
10 x 15 cm 0,27 € Postkarte
13 x 18 cm 0,39 €
15 x 20 cm 0,49 €
20 x 30 cm 2,95 € Miniposter

Kodak Terminal
(Preise Rossmann, Juli 2016)

Praktische Erprobung: Der Kindergarten fordert für Sohnemann ein paar Bilder: 2 „große“ und 3 „kleine“. An Hand der Formulare schätze ich groß auf ca. 6,5 x 6,5 cm und klein auf das übliche Paßbildformat von 3,5 x 4,5 cm. Während die Vorlage für biometrische Paßbilder ein Bild mehrfach in gleicher Größe kopiert, sind hier die Anforderungen anders.

Da ich die Persönlichkeitsrechte meines Sohne sehr ernst nehme, mußt du beim Beispielbild mit mir Vorlieb nehmen. Außerdem kannst du solch eine Vorlage auch für andere Zwecke nutzen.

Natürlich frickelt man jetzt nicht — wie beispielsweise in Photoshop & Co. notwendig — von Hand die Formate zusammen. Suche dir im Katalog ein Portraitfoto, das vom Ausschnitt(!) und Seitenverhältnis(!) ungefähr paßt. Weiter geht’s im Drucken-Modul unter Layoutstil diesmal mit dem Bildpaket (1). Damit wird es möglich, unterschiedlich große Platzhalter für Bilder anzulegen. Wieder einmal ist es hilfreich abstrakt denken zu können, obwohl das gerade ausgewählte Bild sofort angezeigt wird.

Bilderset in Lightroom drucken.

Bilderset in Lightroom drucken.

Da die WPK mit 10 x 15 cm für den ganzen Satz zu klein ist, greife ich diesmal auf ein Format vom Druckterminal zurück: die 15 x 20 cm stelle unter „Seite einrichten“ (4) über den Drucker und dort über eine „benutzerdefinierte Größe“ ein — der Druckauftrag landet dann aber in einer JPEG-Datei bzw. direkt auf einem USB-Stick.

Über Zellen — Dem Paket hinzufügen plaziere ich die gewünschten Größen. Fehlt in der Auswahlliste ein Format, kannst du es über Bearbeiten (3) eingeben oder über „Ausgewählte Zelle anpassen„. Mit der Option Ausfüllen (2) wird sichergestellt, daß trotz unterschiedlicher Seitenverhältnisse jeweils das gesamt Format genutzt wird — deshalb sollte das Ausgangsbild etwas „Fleisch“ bieten. Mit „Auto Layout“ kannst du die Bilder automatisch arrangieren lassen — wobei Lightroom dabei leider gelegentlich nicht sehr geschickt vorgeht. Ich lege das Layout durch Verschieben selbst fest.

Tipp: Unter „Lineale, Raster und Hilfslinien“ kannst Abmessungen einblenden lassen und hast so eine unmittelbare Kontrolle über die einzelnen Bildformate.

Zum Schluß rechts unten auf „In Datei ausgeben…“ klicken und als Speicherplatz gleich einen USB-Stick verwenden. Den trage ich dann zum Terminal — auf das richtige Druckformat achten — und bekomme für rund 50 Cent einen kompletten Bogen mit allen Formaten, den ich so unkompliziert weitergeben kann.

Apropos: Das ganze speichere ich natürlich unter „Vorlagen“ (5) als eigenes Preset, so daß mir dieses Bilderset mit jedem anderen Foto jederzeit auf Mausklick zur Verfügung steht. Sind beim Aufruf der Vorlage mehrere Bilder in der Bibliothek ausgewählt, werden mehrere Bögen mit jeweils einem Motiv gedruckt.

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