Bludit — Content-Management ohne SQL-Datenbank (Teil 3|5)

Meine erste Website bastele ich Anfang der 90er mit irgendwelchen Tools halb im Blindflug zusammen und lade sie bei „Compuserve Ourworld“ hoch. Dort bleibt sie, bis Compuserve sie abstellt. Inzwischen setze ich eine Website „nebenbei“ auch für kleine Projekte auf.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt flat file.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt „flat file“.

Obwohl ich einige Webseiten mit WordPress betreibe und sogar mehrere Einsteigerbücher zu Joomla und Drupal geschrieben habe, wirkt ein solches CMS wie mit Kanonen auf Spatzen usw. zu schießen. Die einfachere Alternative heißt Flat File CMS. Das heißt, keine statische Website, aber Verwaltung ohne Programmierung und ohne (SQL-) Datenbank. — Im ersten Teil stelle ich kurz das Konzept vor, im zweiten HTMLy und jetzt geht es exemplarisch Bludit.

Auch wenn alles deutlich einfacher als vor zwanzig Jahren ist, wie eine Webseite prinzipiell funktioniert solltest du schon wissen. Wozu dient ein Server, wie bekommt man Daten per FTP auf den Host usw. Wo bekomme ich einen Webhoster her.

Bludit

Bludit gibt es unter diesem Namen seit etwa 2015, hat aber eine Vorgeschichte seit 2009. Es läuft mit PHP nutzt JSON-Format und ist kostenlos (Spende möglich). Über eine Demo-Seite kannst du dir einen ersten Eindruck verschaffen. Du lädst ein knapp 900 kB großes ZIP herunter und installierst es entpackt in „htdocs“ bzw. „www (folder)“ auf dem Server. Dann startest du über den Domain-Namen oder „localhost“ bzw. die IP 127.0.0.1 das Installationsskript. Dieses macht dann während der Installation daraus etwa 2 MB in 300 Dateien und 60 Verzeichnissen — aber das ist nicht deine Sache.

Der Installationsprozeß ist geführt und einfach. Wichtig sind nur Paßwort und eine E-Mail-Adresse und du bist problemlos auf deiner neuen Homepage. Ärgerlich, daß „admin“ fest vorgegeben ist, das solltest du nach der Erstkonfiguration durch einen neuen — unter anderer Bezeichnung(!) — Account beheben und den „öffentlichen admin“ löschen. Darüber hinaus solltest du in den Einstellungen das Datumsformat nach PHP-Konventitionen auf j. M Y umstellen.

Das Backend von Bludit.

Das Backend von Bludit.

Bludit erinnert an WordPress und bietet sogar Rollen an:

  • Administrator
  • Editor

Damit kannst du Mitarbeiter ins Boot holen, die zwar Inhalte beisteuern (Editor), aber nicht in den technischen Einstellungen herumspielen (Admin) können. Das System unterscheidet Beiträge (Post) und Seiten. Du schreibst sie in einer Mini-Textverarbeitung. Bilder können zum Teil per drag & drop hinzugefügt werden, eine Mediathek gibt es allerdings nicht.

Beitrag schreiben in Bludit.

Beitrag schreiben in Bludit.

Das pfiffige CMS bietet Templates (Themes), wobei allerdings nur eines mitgeliefert wird, weitere ca. 20 kannst du von der Homepage herunterladen. Auch Plugins kennt Bludit, die du auf Klick aktivieren kannst, zum Beispiel eine Sitemap, RSS-Feed bereitstsellen (leider nicht einlesen) oder der „Cookie Warnung“. Etwa 24 Plugins bietet die Homepage.

Mache per Pluginn auf Cookies aufmerksam.

Mache per Plugin auf Cookies aufmerksam.

Allerdings gibt es zeitweise eine kleine Macke: Gesetzte Häkchen, lassen sich teilweise nicht mehr rückgängig machen, tauchen immer wieder als gesetzt auf… Kommentare sind via Disqus (Account) möglich, es gibt auch eine Anleitung auch auf Deutsch. Bei der Gelegenheit teste ich auch gleich einmal die Portabilität: Ich kopiere das „Bludit“-Verzeichnis vom „echten Server“ rüber in den lokalen Server — läuft!

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