Nibbleblog — Content-Management ohne SQL-Datenbank (Teil 5|5)

Meine erste Website bastele ich Anfang der 90er mit irgendwelchen Tools halb im Blindflug zusammen und lade sie bei „Compuserve Ourworld“ hoch. Dort bleibt sie, bis Compuserve sie abstellt. Inzwischen setze ich eine Website „nebenbei“ auch für kleine Projekte auf.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt flat file.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt „flat file“.

Obwohl ich einige Webseiten mit WordPress betreibe und sogar mehrere Einsteigerbücher zu Joomla und Drupal geschrieben habe, wirkt ein solches CMS wie mit Kanonen auf Spatzen usw. zu schießen. Die einfachere Alternative heißt Flat File CMS. Das heißt, keine statische Website, aber Verwaltung ohne Programmierung und ohne (SQL-) Datenbank. — Im ersten Teil stelle ich kurz das Konzept vor, jetzt geht es exemplarisch um das CMS Nibbleblog.

Auch wenn alles deutlich einfacher als vor zwanzig Jahren ist, wie eine Webseite prinzipiell funktioniert solltest du schon wissen. Wozu dient ein Server, wie bekommt man Daten per FTP auf den Host usw. Wo bekomme ich einen Webhoster her.

Nibbleblog

Nibbleblog gibt es seit 2009 und arbeitet mit PHP. Bis zu einem gewissen Grad ist es der Vorgänger von Bludit. Download und Nutzung sind kostenlos. Der Download ist rund 1 MB groß, entpackt sind es etwa 2 MB. Die Installation startest du einfach über das Verzeichnis …/nibbleblog/ oder via install.php — betriebsbereit nach der Installation wächst der Ordner auf 500 Dateien in 200 Ordnern mit rund 3 MB.

Tipp: Ganz ohne Streß und kostenpflichtigen Server erprobe ich auch dieses CMS mit dem lokalen UwAmp-Server. Da läuft alles problemlos, auf kostenlosen/-pflichtigen fremden Servern gibt es manchmal Probleme mit der .htaccess oder dem Modul rewrite — dann bitte beim Anbieter nachfragen.

Installation Nibbleblog: Nur 3 Einträge notwendig.

Installation Nibbleblog: Nur 3 Einträge notwendig.

Ein CMS ohne Datenbank spart nicht nur Ressourcen, sondern ist auch deutlich einfacher zu konfigurieren. Nur wenige Zeilen sind nötig, lediglich drei Einträge Pflicht. Optional kannst du schon in der ersten Zeile die Sprache auf Deutsch umstellen.

  • Sprache: Ausklappmenü mit ein Dutzend Sprachen
  • Titel deines Blogs — hier hast du freie Hand
  • Slogan deines Blogs — ist ebenfalls optional
  • Benutzername des Administrator — bitte nicht „Admin“…
  • Paßwort des Administrators,
  • E-Mail des Administrators,

Die wichtigste Funktion, der Editor, ist komfortabel. Nibbleblog unterscheidet Beiträge (Posts), Seiten, Zitate und Video-Posts. Vorhandene Beiträge (z.B. aus einer anderen Homepage) können leider nicht importiert werden (wie bei HTMLy) Bilder lassen sich über eine URL einbinden oder hochladen. Bereits verwendete Bilder stehen per Klick aus einer automatisch angelegten Sammlung zur Verfügung.

Nibbleblog bietet einen vielseitigen Editor.

Nibbleblog bietet einen vielseitigen Editor.

Über die Einstellungen läßt sich vieles detailliert steuern, zum Beispiel auch Bildgrößen, SEO-Optionen oder Benachrichtigungen. Eine Kommentarfunktion ist integriert. Themes (Templates) können die über das Backend ausgewählt und installiert werden, fünf werden mitgeliefert. Plugins stehen ebenfalls als Erweiterung ebenfalls per Klick zur Verfügung, beispielsweise eine Tag Cloud. Leider hat Nibbleblog keine Benutzerverwaltung, was dich nicht stört solange du die Website allein pflegst. Sobald mehrere Leute Zugang haben, ist es meist besser, die Administration der technischen Seite von der Bestückung der Inhalte trennen zu können. Außerdem lassen sich Unstimmigkeiten wohl besser klären, wenn man sie zuordnen kann.

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