Monstra — Content-Management ohne SQL-Datenbank (Teil 4|5)

Meine erste Website bastele ich Anfang der 90er mit irgendwelchen Tools halb im Blindflug zusammen und lade sie bei „Compuserve Ourworld“ hoch. Dort bleibt sie, bis Compuserve sie abstellt. Inzwischen setze ich eine Website „nebenbei“ auch für kleine Projekte auf.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt flat file.

Content-Management-System ohne Datenbank heißt „flat file“.

Obwohl ich einige Webseiten mit WordPress betreibe und sogar mehrere Einsteigerbücher zu Joomla und Drupal geschrieben habe, wirkt ein solches CMS wie mit Kanonen auf Spatzen usw. zu schießen. Die einfachere Alternative heißt Flat File CMS. Das heißt, keine statische Website, aber Verwaltung ohne Programmierung und ohne (SQL-) Datenbank. — Im ersten Teil stelle ich kurz das Konzept vor, jetzt geht es exemplarisch um das CMS Monstra.

Auch wenn alles deutlich einfacher als vor zwanzig Jahren ist, wie eine Webseite prinzipiell funktioniert solltest du schon wissen. Wozu dient ein Server, wie bekommt man Daten per FTP auf den Host usw. Wo bekomme ich einen Webhoster her.

Monstra

Monstra gibt es seit 2012 und benötigt lediglich PHP. Die Installation läuft simpel über das Verzeichnis …/monstra/ oder install.php. Nach einer automatischen Kontrolle der Systemvoraussetzungen geht es mit dem Installationsformular weiter. Wie bei allen Flat-File-Systemen entsteht bei der Installation eine komplexe Ordnerstruktur mit nahezu 1.000 Dateien in fast 300 Ordnern, die zusammen knapp 5 MB belegen. Aber kein Problem, denn bei Backup oder Umzug muß man nur das oberste Verzeichnis kümmern.

Tipp: Ganz ohne Streß und kostenpflichtigen Server erprobe ich auch dieses CMS mit dem lokalen UwAmp-Server. Da läuft alles problemlos, auf kostenlosen/-pflichtigen fremden Servern gibt es manchmal Probleme mit der .htaccess oder dem Modul rewrite — dann bitte beim Anbieter nachfragen.

Wenige Eingabezeilen für einen Blog.

Wenige Eingabezeilen für einen Blog.

  • Site Name (Seitenname) kannst du frei benennen
  • Site Url (Seiten-URL) ergibt sich aus dem ursprünglichen Installationsverzeichnis — nicht ändern, wenn du nicht weißt, was du tust
  • Username (Benutzername), die gelegentliche Vorgabe „admin“ bitte vermeiden, auch wenn du gerne Admin sein möchtest. So ein leicht erratbarer Username erleichtert Hackerangriffe. Nimm bitte auch nicht deinen bekannten (Spitz-) Namen, sondern irgendetwas abgedrehtes.
  • Password (Paßwort) — da muß man nix zu sagen.
  • Time zone (Zeitzone) ist hier UTC +1 (im Sommer nicht ganz korrekt als „+2“, weil wir ja nicht die Zone wechseln)
  • email (E-Mail)

In der Kopfleiste kannst zwischen einem Dutzend Sprachen umschalten.. Vorsicht, wenn du dies während des Ausfüllens machst, weil dann das Formular leider gelöscht wird. Das gleiche passiert, wenn du währenddessen in den Expertenmodus umschaltest, wo du Pfade (URLs) zum Blog einstellen kannst (brauchst du zu Anfang nicht).

Monstra ist ausgerechnet im Editor spartanisch aufgestellt...

Bei Monstra ist ausgerechnet im Editor spartanisch aufgestellt…

Zumindest der von Haus aus installierte Editor ist spartanisch und funktioniert bei mir nicht zuverlässig. Die Vorschau unterhalb des Eingabefensters funktioniert leider nicht, auch nicht nach Klick aufs grüne Häkchen… Unpraktisch: Ein Bild kannst du nur von einer URL aus einbinden. Dafür kann man über Metadaten und Einstellungen viele Details regeln. Davon hat man aber nur etwas, wenn du dich mit HTML und Blogs schon einigermaßen auskennst.

Alternativ versuche ich den TinyMCE-Editor als Plugin-Nachrüstung: Erstmal das entpackte ZIP in den Plugins-Ordner kopieren und im Backend Erweitert|Plugins –> installiere Neue aufrufen (und die alten deinstallieren) — das scheint alles ganz einfach, aber trotz aller Bemühungen bekomme ich ihn (oder andere Editoren) nicht zu Gesicht…

Sobald man bei einem Blog oder Website Helfer hat, freut man sich über eine Benutzerverwaltung, die über „Rollen“ unterschiedliche Rechte zuweist und so Arbeiten am System nachvollziehbar macht. Monstra bietet:

  • Admin
  • Redakteur
  • Benutzer

Für weitere Anpassungen bietet die Software Plugins (auch via Github), zum Beispiel ein Gästebuch oder einen Link-Verkürzer und Themes (Templates) sowie sogenannte Snippets. Ein Theme besteht aus mehreren Abschnitten (Template, Chunk, Style), die sogar einzeln eingestellt werden können. Dabei wird zwischen Frontend — was der Leser sieht — und Backend — für den Administrator — unterschieden. Mitgeliefert wird allerdings nur „default“. Eine Kommentarfunktion kannst du über ein Plugin nachrüsten, beispielsweise Disqus. Im look & feel erinnert es durchaus an Bludit bzw. WordPress und läßt mit Benutzerverwaltung, Plugins, Themes scheinbar kaum Wünsche offen — allerdings hakelt es an vielen Ecken, so daß es nicht wirklich Spaß macht.

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