Oh, alles rot, Ihr Datenspeicher geht zurück. Desktop entrümpeln.

Oh, alles rot, Ihr Datenspeicher geht zurück. Mit einem rot gefärbten Balken warnt Windows, wenn der Plattenplatz knapp wird. Es kommt bei mir selten vor, denn am Computer horte ich keine dubiosen Downloads, sondern fast nur selbst erstellte Inhalte, die zudem auf explizite Datenplatten ausgelagert sind.

Festplatte C:\ warnt...

Festplatte C:\ warnt…

Aber unter Windows ist die Bootplatte C:\ ja noch immer ein neuralgischer Punkt. Einmal mit Betriebssystem und Programmen bestückt, kann man sie nicht so einfach erweitern oder umsortieren. Doch es gibt gibt einen Trick bei der internen Datenverwaltung…

Was bei der hübschen grafischen Darstellung von Windows 10 leicht zu übersehen ist: die jeweiligen 100-Prozent-Balken repräsentieren ganz unterschiedliche Speichergrößen. Die Boot-Festplatte C:\ ist eine kostspielige SSD mit 250 GB, die Datenplatte D:\ eine mit 3 TB. Für Betriebssystem und Programme bringt eine SSD erheblichen Performancegewinn, ist allerdings recht kostspielig (wenn auch die Preise deutlich fallen).

Analyse

Trotzdem möchte ich erstmal nicht aufrüsten, sondern „entmüllen“. Das ist gar nicht so einfach: Obwohl ich OS und Programme gezielt auf der schnellen SSD installiere und sämtliche Daten auf andere Platten auslagere, schwindet der Platz. Optimierung scheint out , selbst das kleinste Tool beansprucht mehrere Megabyte Speicherplatz. Auch nach einer Deinstallation verschwindet oft nicht wirklich alles oder bei Updates werden alle möglichen Bibliotheken doppelt und dreifach installiert. Am „Programme“- oder „Windows“-Ordner rumzufummeln kann aber das gesamte System zum Stillstand bringen.

Speicherfresser mit Treesize aufspüren.

Speicherfresser mit Treesize aufspüren.

Es ist also eine kniffelige Angelegenheit. Wenn du bei der Installation nicht höllisch aufpaßt, werden dir ungewünschte Zusatzprogramme untergejubelt, Tausende nicht benötigter Vorlagen oder Cliparts installiert oder sogar umfangreiche Benutzerdaten in den Programm -Verzeichnissen gespeichert.

Das alles ist sehr verschachtelt und schwer den Überblick zu bekommen. Mit dem ProgrammTreeSize Free (Windows, ca. 7 MB) versuche ich herauszubekommen, wo sich besonders viele Daten angesammelt haben. Verdächtig sind AppData und Desktop . Eine schnelle Überprüfung dieser Ordner ist über das Kontextmenü möglich.

Lösung

Wie gesagt, an Programme und damit verbundene AppData sollte man nicht direkt rumfummeln (besser in den zugehörigen Programmen über die Einstellungen dort die Speicherpfade ändern). Aber Desktop ist ein aussichtreicher Kandidat, weil dort auch gespeichert wird, was du direkt auf dem Desktop ablegst: wenn du also die Fotos vom Ausflug direkt in einem Ordner auf dem Desktop ablegst, werden sie unter Benutzer auf der Festplatte C:\ gespeichert. Verwendest du die von Windows standardmäßig angelegten Dokumente-Ordner, landet auch das alles auf C:\ — während ich so etwas alles auf D:\ speichere.

Der User ist ein Benutzer.

Der User ist ein Benutzer.

Auch den Ordner Desktop solltest du nicht direkt ändern, da er ja „irgendwie“ zum System gehört und viele Programme darauf zugreifen.

Dort ein Rechtsklick auf den Ordner „Desktop“ kommst du in die Eigenschaften, wie es sie bei jeder Datei bzw. Verzeichnis gibt. Nicht ganz, denn da dies ein spezieller Ordner ist, hat er auch einen speziellen Karteireiter: unter Pfad kannst du nämlich ganz elegant dieses spezielle Verzeichnis von C:\ nach D:\ (oder sonstwohin) verschieben ohne Datenwirrwarr zu riskieren.

Der Desktop verstopft Platte C...

Der „Desktop“ verstopft Platte C…

Bitte nicht auf die Idee kommen, das direkt von Hand im Dateimanager zu verschieben. Dann gehen vermutlich keine Daten verloren, aber das System weiß dann nicht, wo dieser spezielle Ordner abgeblieben ist und legt einfach einen neuen an.

Bist du sicher..?

Bist du sicher..?

Weg mit den Daten!

Weg mit den Daten!

Da im Desktop eine Menge fremder Krams gespeichert wird, dauert der Vorgang ein bißchen. Doch es lohnt sich: gut 60 Gigabyte mehr Speicherplatz bringt mir allein diese Aktion. Die strikte Trennung von Betriebssystem und Daten ist auch eine gute Voraussetzung für ein Backup.

Alles wieder gut.

Alles wieder gut.

One thought on “Oh, alles rot, Ihr Datenspeicher geht zurück. Desktop entrümpeln.”