Cherry, Cherry Lady… Tastatur mit Cherry MX blue macht glücklich

Es ist noch gar nicht so lange her, da bin ich auf der Suche nach einer neuen Tastatur. Damals entscheide ich mich für ein Set Cherry DW 5100 , weil Funk vermeidet, daß sich ein Kabel am Schreibtischequipment verhakt.

Qpad MK 50 Tastatur (Quelle: Amazon)

Nicht nur für Gamer — Qpad MK 50 Tastatur.
(Quelle: Amazon)

Obwohl der allererste Eindruck positiv ist, enttäuscht die Tastatur nach kurzer Zeit: Es gibt eine Menge Tippfehler, das Tastgefühl bleibt schwammig — unter dem Strich ist die Cherry nicht besser als alle anderen Membran-Tastaturen, die ich bisher hatte. Darüber hinaus ist die Beschriftung auf der linken Umschalttaste schon nach wenigen Wochen verschwunden — ein unerfreuliches Problem, das heutzutage „normal“ zu sein scheint (ebenso bei der von Microsoft meines Vaters). Aber inzwischen bin ich an (nicht ganz) unerwarteter Stelle fündig geworden…

Gamer vorn

Eigentlich trauere ich ja meiner alten Philips von 199x nach, die ich eingelagert glaubte, aber z. Zt. nicht auffindbar ist (mein Asus H97M-plus-Board hat sogar native PS/2-Anschlüsse). Das „Geheimnis“ einer guten Tastatur sind die echten Schalter, während in den meisten anderen Tastaturen unter den Tastenkappen lediglich Gumminknubbel herunter gedrückt werden (rubber dome). Leider gibt es gute Tasten nicht in Kombination mit Funk. Auch bei üblichen Büroanbietern ist die Auswahl generell mau, es wird eher auf Spielereien wie Mediatasten, Display oder Beleuchtung abgehoben. Doch wer schätzt solide Schalter mit Druckpunkt und Feedback? Gamer.

Also werde ich es wg. eines besseren taktilen „Erlebnisses“ kabelgebunden bei den Spielern versuchen. Ein Zwischenspiel mit einer „Tactile Gaming Tastatur“ beende ich schon nach wenigen Stunden. Das Schreibgefühl hat nichts mit „mechanisch“ gemein, lediglich die Beleuchtung kann die Orientierung erleichtern.

Cherry MX blue

Die o. g. Funktastatur von Cherry hat mich zwar nicht überzeugt (weil eben keine echten Schalter), aber Cherry ist auch für seine Switches als Bauteil bekannt. Die gibt es sogar in unterschiedlichen „Geschmacksrichtungen“ blue, brown, red, black. Dabei kommt es natürlich nicht auf die Farbe an, sondern sie repräsentieren unterschiedliche Charakteristika: wofür diese stehen erfährt man entweder im Blog des Herstellers Cherry oder in einem Cherry MX Schalter (Quelle: Amazon)Praxistest „Widerstand ist nicht zwecklos“ bei Golem (2014).

Cherry MX Schalter mit unterschiedlicher Charakteristik
(Quelle: Amazon)

Nach Aktenlage entscheide ich mich für MX blue, das ist prinzipiell der gute alte PC-Standard: Das Tastgefühl ist ähnlich einer Schreibmaschine, die Geräuschkulisse auch (was Kollegen durchaus nerven kann). Dazu bietet auch Cherry eine Tastatur „MX-Board 3.0“ für Vielschreiber an, wo man sich den Schaltertyp aussuchen kann. Sie kostet ohne Extras 70 Euro und trotzdem wird in Kundenrezensionen das Wegrubbeln der Beschriftung bemängelt (wie ich es bei meiner DW 5100 auch nach kurzer Zeit auftrat).

Da mir die Beleuchtung „eigentlich“ gefällt, sehe ich mir außerdem einige entsprechende Tastaturen an: Roccat Ryos MK Pro je nach Switch-Typ zwischen 100 und 150 Euro sowie die Corsair Gaming K70 in ähnlicher Preislage. Die haben neu nicht nur einen stolzen Preis und sind selbst gebraucht noch kostspielig. Und es scheint normal, daß nach und nach die Lichter ausgehen — das ist mir die Sache nicht wert.

Qpad MK-50 bringt’s

Ich entscheide mich für das Modell Qpad MK-50 mit den blauen Schaltern von Cherry (ca. 80 Euro). Es ist eine „Gamer-Tastatur“, hat aber keine farblich abgesetzten „Gamer-Tasten“ A, S, D, W, allerdings das Q-Logo im Tastenfeld und — vollkommen überflüssig — nochmals auf der Leertaste. Dafür gibt es für Caps Lock & Co. ordentliche Kontrolllämpchen. Die zwölf Funktionstasten sind klassisch in überschaubaren Vierergruppen angeordnet und mit dem selben ordentlichen Druckpunkt (das taktile Durcheinander war das K-O.-Kriterium für die sonst passable Microsoft Arc). Sogenannte Mediatasten gibt es auch, allerdings nur in Kombination mit „Fn“ auf den F-Tasten, macht es aber übersichtlich.

Fazit Tastatur — endlich angekommen

Kommen wir zum Wesentlichen, dem Schreibgefühl mit der Qpad MK-50: Glücklich — wohlgemerkt nicht als Gamer, sondern als auch Schreiberling. Ich muß jetzt zwar wieder das Kabel über den Schreibtisch führen, aber das Tippern macht richtig Spaß. Meckern auf hohem Niveau: das zweimal plazierte Q-Logo finde ich doof sowie ein minimaler Abrieb der linken Umschalt-Taste. Beim unbeliebten caps lock gibt es eine fette, aber nicht störende Kontrolleuchte. Keine störende Spielereien, Mediatasten — besonders Lautstärke — über Fn/F-Tasten erreichbar, Return doppelt hoch. Standfest, kein Vibrieren beim Tippen. Wer mag, kann zusätzlich eine mitgelieferte Handballenauflage nutzen.

 

Ja ich weiß, daß sich der Song von 1985 „Cheri“ schreibt…