Analoges Fotolabor der 80er

Die Idee, den Alltag zu fotografieren, habe ich schon als Jugendlicher. Leider kostet damals jedes einzelne Foto richtig Geld und eine Kamera hat man nicht immer griffbereit — zumal eine kompakte Zweitkamera für „immer dabei“ gerade für einen Jugendlichen unerschwinglich ist. Deshalb sind „unspektakuläre“ Fotos trotz allem rar.

Durst Laborator 900 (Foto: T. Luhm)

Durst Laborator 900
(Foto: T. Luhm)

Neulich habe ich mal wieder einen Schwung Negative gescannt und darunter auch einen Schnappschuß aus „meinem“ analogen Fotolabor entdeckt. Es handelt sich um die Dunkelkammerdarkroom — bei einer großen Tageszeitung, wo ich Mitte der 80er ein Praktikum gemacht habe.

Zu sehen ist mein Arbeitsgerät, ein Durst Laborator 900, links im Bild eine Zeitschaltuhr für die Belichtung und darunter ein Vergrößerungsrahmen, damit das Papier plan liegt und ggf. zum Abdecken der Ränder. So weit ich mich erinnere, wurde kein Belichtungsmesser o. ä. verwendet (es gab prinzipiell entspr. Zubehör), geübtes Personal hat es nach Augenmaß geschafft, ich habe im Zweifelsfall mit einem Probestreifen gearbeitet. Für Kontaktabzüge gab es eine separate vollflächige Belichtungsmaschine mit Vakuumpumpe.

Auf J. Ollingers Homepage findest du in den Menüs einer 90er-Jahre-Website versteckt einen „A Beginner’s Guide to Darkroom Equipment“ und dort drei Ecken weiter auch einen Prospekt für einen ähnlichen Durst Laborator 1200 (PDF, englisch), der die wesentlichen Elemente des Anleitung Canon EX EE (Quelle: a. a. O.)Geräts vorstellt.

Anleitung Canon EX EE
(Quelle: a. a. O.)

Und wenn du schon mal auf dieser Site bist, macht es Spaß auch einmal in den anderen Bereichen herumzustöbern und weitere alte Schätzchen zu entdecken, wie beispielsweise die Canon EX EE. Damals stellt man mit der Bezeichnung EE den eingebauten Belichtungsmesser als electric eye besonders heraus (der sogar schon TTL kann).

Was passiert mit unserem digitalen Erbe? Momentan bewahrt James Ollinger die Prospekte, Anleitungen usw. alter Schätzchen vor dem Verschwinden — vorerst… Doch was passiert, wenn er die Lust verliert oder Erben den Webspace nicht mehr bezahlen. Schade, daß dies von keinem öffentlichen Interesse zu sein scheint…

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