Feuer & Flamme — brennendes Streichholz fotografieren.

Es steht schon sooo lange auf meiner Themenliste , jetzt habe ich es endlich umgesetzt: ein abbrennendes Streichholz fotografieren. Ich weiß nicht, warum es so lange gedauert hat, es ist keine Raketenwissenschaft. Neben der Flamme macht der Qualm den Reiz der Aufnahme aus.

Feuer & Flamme

Feuer & Flamme.

Material

Wie so oft muß man sich nur aufraffen, alles Material entsprechend zusammenzusuchen. Und wie so oft nehmen Nebensächlichkeiten unerwartet viel Zeit in Anspruch: schon ewig kaufe ich schöne große Kaminanzünderhölzer für den Feuerkorb — jetzt sind sie nicht auffindbar. Mit Mühe treibe ich eine Schachtel normaler Streichhölzer auf. Dann benötige ich noch ein Feuerzeug — das gleiche Spielchen…

Making of…
(Youtube)

Fotoausrüstung

Fotografieseitig benötige ich zwei Stative (ein weit unterschätztes Fotozubehör), eines für die Kamera, das andere um über eine Klemme das Streichholz zu halten. Ausgelöst wird per Fernauslöser, was Verreißen vermeidet und weil ich gleichzeitig ja auch die Streichhölzer anzünden muß. Ein Blitzgerät ist für die Streichholzflamme nicht notwendig, aber um zusätzlich den Rauch sichtbar zu machen. Da mein Studio ein normales Arbeitszimmer ist, improvisiere ich noch einen dunklen Hintergrund aus schwarzem Molton, den ich sonst für Lightpainting verwende.

Vorsicht, beim Umgang mit Feuer! Achte darauf, daß sich in unmittelbarer Umgebung keine brennbaren Gegenstände befinden.

Feuer & Flamme

Feuer & Flamme.

Aufnahme

Für die Aufnahme muß es nicht dunkle Nacht sein, aber du solltest natürlich auch nicht in der prallen Sonne fotografieren. Im abgedunkelten Zimmer stelle ich manuell 1/125 s (wg. Blitzsynchronität) und Blende 11 ein (bei ISO 100/21 DIN). So wird das Bild auch tagsüber (fast) schwarz (im RAW noch erkennbar). Als Objektiv verwende ich 85 mm (KB), damit das Rumgefummele mit Feuer nicht direkt vor der großen Frontlinse stattfindet. Die Kamera positioniere ich mit einem großzügigen Ausschnitt, um Platz für den Qualm zu lassen.

Ausgelöst wird per Fernauslöser, entweder per Kabel oder bewährtem Yongnuo RF603 Funkauslöser. Den Blitz nutze ich entfesselt ebenfalls per Fernauslöser, diesmal zum Test den Andoer 560 IV. Ich positioniere ihn seitlich bzw. leicht nach hinten versetzt (einfach hingelegt, ohne Stativ), um den Qualm sichtbar zu machen. Der erscheint allerdings nur unmittelbar nach dem Zünden, da mußt du aufs Timing achten. Da ich den Blitz mit 1/128 bzw. 1/64 Power zünde, kann ich auch mit diesem preiswerten Gerät mehrere Aufnahmen kurz hintereinander machen.

Feuer & Flamme

Feuer & Flamme

In der Bearbeitung Lightroom lege ich in der Hauptsache den Ausschnitt fest und stelle die Belichtung ein, wobei ich bes. den Schwarzwert senke um einen wirklich dunklen Hintergrund zu bekommen.

[Update]

Es ist nicht direkt Photoshop, aber so ähnlich: Ich habe versuchsweise mit Luminar 4 einen „Look“ darüber gelegt. Das Ergebnis gefällt mir „erschreckend gut“. Allerdings geht es bei diesen Fotos ja weniger um Dokumentation als eine künstlerische Bearbeitung, weshalb auch solche starken Änderungen in Ordnung sind. Es sind allerdings nicht mehrere Fotos zusammenmontiert oder reingemalt worden.

Feuer & Flamme mit ein bißchen making of dabei.

Feuer & Flamme
mit ein bißchen „making of“ dabei.

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